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Konzepte
Der bilinguale Zweig
"Kinder sind keine Fässer, die gefüllt
werden, sondern
Feuer, die entfacht werden
wollen." (Michel de Montaigne)

Die erste bilinguale Klasse am OHG
G-8-Modell
Beginnend mit dem Schuljahr 2005/2006
wurde in NRW die gymnasiale Schulzeit
von 9 auf 8 Jahre verkürzt (G8-Modell).
Damit wurde die Schulzeitverkürzung um
ein Jahr (faktisches Überspringen der
Stufe 11), die ein Kennzeichen der
zeitverkürzten Profilklasse war,
unmöglich gemacht.
Das Fördermodell am
OHG
Die Profilklasse wurde für G8
strukturell und inhaltlich derart
modifiziert, dass nach der
Erprobungsstufe ein bilingualer
Ausbildungsgang ohne Zeitverkürzung die
bisherige Begabtenförderung ersetzt. Im
Vergleich zu den Regelklassen wird
dadurch die sprachliche Kompetenz
zusätzlich gefördert.
⊲
Neben der bilingualen Klasse führen 3
Regelklassen, von denen 2 Züge
zusätzlich Freiarbeit nach Montessori
(FA) anbieten, zu den Sek. I -
Abschlüssen. Parallel dazu werden für
alle interessierten Schüler ab der Stufe
9 bis 12 Zertifizierungskurse (Cambridge
Certificates A2 – C2 / Delf - Dalf)
ermöglicht (s. auch gesonderte
Informationsmaterialien).
⊲ Für
Schüler nicht nur der bilingualen,
sondern aller Klassen eröffnet die
Oberstufe den zweiten bilingualen
Ausbildungsabschnitt. Hier kann neben
dem Abitur auch das Bilinguale Abitur
erworben werden. (perspektivisch
2013).
Im Vergleich zum deutschen Abitur hat
das bilinguale Abitur eine höhere
Aussagekraft bezüglich der
Ausbildungsqualität / des
Ausbildungsstandards und bietet zudem
Wettbewerbsvorteile für den deutschen
und internationalen Arbeitsmarkt.
Der bilinguale Unterricht
In
Vorbereitung des bilingualen Zweiges
wurde schon mit Beginn des Schuljahres
2005/06 für die Stufe 5 das Fach
Englisch mit 6 Wochenstunden, für die
Stufe 6 mit 5 Wochenstunden eingeführt,
wobei das bilinguale Abitur erst im Zuge
der Schulzeitverkürzung im Jahr 2013
abgelegt werden wird.
Es soll
am OHG kein reines Fremdsprachenprofil
aufgebaut, sondern die Bilingualität in
erster Linie auf die
Gesellschaftswissenschaften und die
Naturwissenschaften ausgeweitet werden.
Dies bedeutet, dass je nach Klassenstufe
der Unterricht u. a. in den Fächern
Biologie, Chemie, Erdkunde oder auch
Geschichte in englischer Sprache
stattfinden muss, wobei Inhalte und
Strukturen im Unterricht auch in der
deutschen Sprache erklärt werden können.
Um diese (zeitweilig notwendige)
Zweisprachigkeit zu ermöglichen, wird in
den genannten Fächern das Stundenvolumen
um je eine Stunde erhöht.
Wichtig
ist dabei auch zu erwähnen, dass den
Schülern der bilingualen Klasse kein
höheres Lerntempo abverlangt wird,
sondern sie denselben Unterrichtsstoff
wie alle anderen Parallelklassen lernen,
somit dasselbe Materialvolumen
erarbeiten müssen – eben nur
zweisprachig.
Die Schüler der bilingualen Klasse
werden deshalb so wie alle anderen
Schüler das Abitur bzw. das bilinguale
Abitur nach 8 Jahren ablegen und damit
neben dem deutschen Abitur ein
Zertifikat erwerben, das den Zugang zu
Studium und Beruf erleichtert.
Bilingualität in der Sek. I
⊲
Klassen 5 und 6:
Anfangs werden die Schülerinnen und
Schüler aller Klasse im 5. und 6.
Jahrgang zwei Stunden häufiger pro Woche
im Fach Englisch unterrichtet. In diesen
zwei Stunden wird nicht nur der
Fachunterricht vertieft – die
zusätzliche Zeit wird genutzt, um die
Grundlagen für das nötige Fachvokabular
zu legen. Dies wird für die ab der
siebten Klasse auf Englisch unterrichten
Sachfächer benötigt. Auch ergänzende
Themen wie beispielsweise aus den
Bereichen Wetter, Klima und Reisen
werden behandelt. Ebenfalls bieten die
zwei zusätzlichen Stunden Raum für
spielerische Ansätze des Lernens, wie
beispielsweise Lernspiele oder Ausfüllen
von Rätseln. Auch kreative Ansätzen wie
das Schreiben erster Gedichte,
Geschichten und Songs sind möglich.
Rollenspiele und szenische Darstellungen
sowie Projektarbeiten können Inhalte
sein.
⊲ Klassen 7 bis 9:
Die zwei zusätzlichen Englischstunden
pro Woche entfallen. Ab der siebten
Klasse werden dafür aber Sachfächer wie
beispielsweise Biologie, Chemie,
Erdkunde oder Geschichte auf Englisch
unterrichtet. Dabei wird auf die
Einhaltung des Lehrplans geachtet. Es
handelt sich nicht um Englischunterricht
mit z. B. geographischen Inhalten,
sondern die Fachinhalte stehen im
Vordergrund und werden auch bewertet.
Die Sprache (Englisch) dient als
Verkehrssprache, dabei kann jederzeit
ins Deutsche gewechselt werden, um
Sachverhalte zu verdeutlichen.
Die
Stundentafel der bilingualen Klasse
orientiert sich an der Stundentafel für
die Sekundarstufe I.
Im
Wahlpflichtbereich bietet das OHG
deshalb ab der Klasse 8 der bilingualen
Klasse zusätzlich eine dritte
Fremdsprache (Französisch/Latein:
3-stündig) an. Sollte eine dritte
Fremdsprache nicht gewünscht werden, so
können sich die Schülerinnen und Schüler
im zweiten Jahr der bilingualen Klasse
in das Angebot des WP- Bereiches der
Regelklassen einwählen und eines der
Fächer Gestalten, Politik (Wirtschaft),
Biologie/Chemie oder Informatik wählen.
(Eine Übersicht über die englischen bzw.
bilingualen Stundenanteile innerhalb des
bilingualen Zweiges finden Sie
hier.)
Das bilinguale Abitur in der Sek. II
In der
Schulkonferenz am
28.
September 2009
wurde entschieden, das bilinguale Abitur
(englischsprachig) am OHG mit Beginn der
Stufe 10 (2010) einzuführen.
Die
Einrichtung eines Zweiges mit
sprachlichem Schwerpunkt ist sinnvoll,
da dieses Profil das plurale und
leistungsstarke Bildungswesen qualitativ
erweitert.
Die
Schülerinnen und Schüler sind fähig,
Sachverhalte auf Englisch in Fächern wie
Geschichte oder Erdkunde zu verstehen
und darzustellen. Zusätzlich eignen sie
sich Wissen über fremde Kulturen an und
sehen ihre eigene Kultur aus einer neuen
Perspektive. Ein bilingualer Zweig
bereitet die Schülerinnen und Schüler
auf besondere Weise auf das spätere
Studium bzw. Berufsleben vor. Englisch
gilt bereits in vielen beruflichen
Zweigen als Voraussetzung und etabliert
sich immer mehr in einem
zusammenwachsenden Europa.
Ziel des bilingualen Bildungsganges ist es, den zunehmenden Anforderungen
der Studien- und Arbeitswelt junger
Menschen gerecht zu werden. Die
Schülerinnen und Schüler besitzen ein
verstärktes Ausdrucksvermögen und ein
umfassendes Vokabular, welches über den
Rahmen eines normalen
Fremdsprachenunterrichts weit
hinausgeht.
Fundierte Fremdsprachenkenntnisse werden
heute in vielen Bereichen des
Berufsleben erwartet – so kann ein
bilinguales Abitur eine wichtige
Zusatzqualifikation auf dem Arbeitsmarkt
sein. Englisch hat sich in vielen Teilen
der Welt als Verkehrssprache
durchgesetzt und wird sich noch weiter
durchsetzen. So ermöglicht eine sichere
Beherrschung der englischen Sprache in
Alltagssituationen sowie in den
Bereichen Wirtschaft, Technik, Politik,
Kultur, Wissenschaft und Religion
größere berufliche Chancen in einer
zunehmend globalisierten Welt.
Bilinguale
Ausbildung
Grundsätzlich richtet sich das
bilinguale Angebot einer Schule an alle
Schülerinnen und Schüler. Die Teilnahme
erfolgt auf Antrag der Eltern oder auf
Empfehlung der Schule. Dem wird aber
immer eine intensive Beratung von Eltern
und Schülern vorausgehen, denn ein
zusätzliches Angebot ist auch mit
zusätzlicher Anstrengung verbunden.
Deshalb sind neben der Leistung in der
bisherigen Schullaufbahn auch
Lernbereitschaft und
Konzentrationsfähigkeit zu
berücksichtigen sowie die Bereitschaft,
längerfristige Ziele anzustreben.
Aus
diesem Grund werden am OHG für die
Beratung der Eltern und Kinder
Beurteilungskriterien verwandt, die von
Mitgliedern der Beratungsgruppe, die
auch in der Erprobungsstufe tätig sind
und zum Teil auch in den 6-ten Klassen
unterrichten, entwickelt wurden.
Dabei
wurde besonders Wert darauf gelegt, dass
die in-
frage
kommenden Schülerinnen und Schüler nicht
nur überwiegend gute Note haben sollen,
sondern sich auch durch
Leistungsorientierung, Leistungswillen
und ein positives Sozialverhalten in
ihren Klassen auszeichnen.
Übergang in die Sek. II
Die
Bilingualität in den Sachfächern wird in
der Sek. II fortgesetzt (beginnend mit
Stufe 10 im Schuljahr 2010/11).
Ein
Auswahlverfahren in der Gymnasialen
Oberstufe wird es nicht geben. Jede
Schülerin/jeder Schüler, die/der
Interesse daran hat, das bilinguale
Abitur abzulegen, kann sich nach der
Stufe 9 in ein bilinguales Sachfach
einwählen (entsprechend dem Angebot der
Schule) und dieses Fach
als
Grundkurs bis zum Abitur weiterführen.
Es wird darin eine schriftliche oder
mündliche Abiturprüfung abgelegt. Die
Fremdsprache (Englisch) muss als
Leistungskurs weitergeführt werden.
Bewertung/Zeugnis
Bei
der Bewertung der Leistungen in den
bilingualen Sachfächern der Lernbereiche
Gesellschaftslehre und
Naturwissenschaften werden in erster
Linie die fachbezogenen Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkeiten beurteilt.
Die fremdsprachliche Leistung wird
zusätzlich erbracht.
Die
Teilnahme am bilingualen Unterricht in
der Sekundarstufe I und in der
gymnasialen Oberstufe wird unter der
Rubrik "Bemerkungen" auf dem Abgangs-,
Abschluss- oder Abiturzeugnis
bescheinigt. Außerdem erhalten die
Schülerinnen und Schüler mit dem Abitur
ein spezielles Zertifikat, welches ihnen
die Bilingualität bestätigt.
Nachfragen bitte an:
C. Rolfs,
OStD’, Schulleiterin
J. Henning, StD, stellvertr.
Schulleiter
C. Becker, OStR, Koordinator des
bilingualen Zweiges
(Stand:
Oktober 2009)
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